Ein verjagter Pfarrer, der Tod an der Beresina und die Schlacht am Little Big Horn
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Trotz der an sich guten (und teilweise lückenlosen) Ahnenforschung, die hier auf dem Land betrieben wird, ist der Stamm oft nur drei oder vier Generationen zurückzuverfolgen, von den nicht in direkter Linie stehenden Tanten und Onkeln ganz zu schweigen. Was meine Vorfahren im 18. Und 19. Jahrhundert taten, bleibt weitgehend im Dunkeln.
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Und genau dies ist eine spannende Ausgangslage, durchlebten diese Geschlechter doch faszinierende Zeiten: Internationale Weltpolitik in den napoleonischen Zeiten etwa, das Aufkommen der Eisenbahn oder den Schweizer Sonderbundskrieg.
In Lungern wurde in einem beispiellosen Pionierwerk der Lungerer-See 1836 tiefer gelegt und ein paar Jahre später nach einem schwelende "Dorfkrieg" der Pfarrer verjagt.
Anlässlich einer Gedenkausstellung in Erinnerung an meinen 1967 verstorbenen Grossonkel Beat Gasser ein national bekannter Bildhauer und Sakralkünstler stiessen wir bei der Materialsichtung auf Briefe, die er von der Front des 1. Weltkrieges nach Hause schrieb. Faszinierende Dokumente, und ich begann, mich zu fragen, was wohl meine näheren Vorfahren gemacht hatten, wie es ihnen wohl ergangen ist.
Immerhin wissen wir heute, dass ca. 450 Obwaldner (insgesamt waren es 9000 Schweizer) mehr oder weniger unfreiwillig mit Napoleon nach Russland zogen, froren, hungerten, vielleicht an der Beresina in Stücke geschossen wurden.
Und wir wissen, dass der Not gehorchend viele Obwaldner in die Neue Welt ausgewandert sind, als Wirtschaftsflüchtlinge im klassischen Sinne. Hatten sie alle die schreckliche Überfahrt überlebt? Fanden sie ihr Glück? Oder gingen sie elendiglich zu Grunde?
Was, wenn einer meiner Urururonkel an der Beresina kämpfte? Was, wenn er dann in die Vereinigten Staaten auswanderte? Vielleicht wurde einer meiner Ahnen ein Frontiersman im Westen, ein Trapper, ein Jäger, und womöglich kämpfte er gegen die Sioux oder Crows um sein Leben. Und vielleicht war sein Sohn oder Enkel einer der Gefallenen in der Fettermans-Schlacht oder in der Schlacht am Little Big Horn.
Begeben wir uns also auf die Spur der Ahnen, die Weltgeschichte bestimmt unmittelbarer erlebten als wir. Wenn man in China jemandem Übles wünschte, so pflegte man zu sagen: "Möge es dir vergönnt sein, in interessanten Zeiten zu leben".
Januar 2002
Luke Gasser
Autor und Regie
Never change a winning team
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«Fremds Land» ist ein Film, der anhand einiger Obwaldner das Schicksal auch der übrigen Schweiz in einer bestimmten Epoche erzählt. Die Initiative für diesen Film entstand denn auch im Kanton Obwalden. Die Projektbeteiligten rekrutieren sich aber auch aus anderen Regionen, namentlich Nidwalden und Luzern. Die Schauspieler für diesen Film sind Ob- und Nidwaldner, kommen auch aber auch anderen Regionen der Schweiz.
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Initiiert wird «Fremds Land» vom selben Team, das 1999 bereits den inzwischen in der ganzen Schweiz als Kult-Film gefeierten Streifen «Baschis Vergeltung» realisiert hat. Nach dem bewährten Rezept, niemals «a winning team» zu verändern, zeichnen sich auch wieder weitgehend die selben Personen für die selben Charchen verantwortlich, wie in «Baschis Vergeltung».
Regie, Drehbuch und Musik:
Luke Gasser
Produktion:
Bruno Gasser, Luke Gasser, Rudolf Wyss
Technischer Stab:
Filmwerk.ch, Zürich (Reinhard Steiner, Sascha Klement)
Kamera: Roger Brüllisauer
Schnitt: Othmar Bommeli
Für die Besetzung der Rollen wird auf die Recourcen von «Baschis Vergeltung» zurückgegriffen, «Charaktergrindä», die schon diesen Mittelalterstreifen zu veredeln wussten. Zusätzlich sind diverse andere Darsteller aus der nationalen Musik- und Theaterszene in verschiedenen Rollen zu sehen.
Das Casting ist inzwischen weitgehend abgeschlossen. Die Spielerinnen und Spieler werden demächst vorgestellt.
Das Film-Team von «Fremds Land» darf überdies auf einen kompetenten Beraterstab zählen:
Michael Lang, Journalist und Filmkritiker (Cash, TR7, ehem. Kino Bar auf SF DRS)
Franziskus Abgottspon, Schauspieler und Regisseur
Jürg Judin, Maxx Filmpalast, einer der herausragendsten Persönlichkeiten der Schweizer Kino-Szene
Linard Bardill, Kabarettist, Liedermacher und Drehbuchautor
"Fremds Land" ist kein Historienfilm. Trotzdem bemühen wir uns, den historischen Fakten Rechnung zu tragen. Es wurde recherchiert, zahlreiche Bücher gewälzt und Experten für diese Geschichtsepoche kontaktiert. Unter ihnen zu erwähnen sind vor allem:
Hans Ming, Lungerer Lokalhistoriker und Stammbaumexperte (siehe Link Tagebuch)
Karl Imfeld, ehem. Pfarrer von Kerns und profunder Obwaldner Lokalhistoriker
Dr. Angelo Garovi, Staatsarchivar des Kantons Obwalden und Verfasser des offiziellen Geschichtsbuches des Kantons Obwalden
Dr. Albert Gasser, Professor für Kirchengeschichte
Angy Burri, profunder Kenner der amerikanischen Geschichte und Filmemacher (The Wolfer) |